Montag, 30. April 2007

 

14. Tag - 23.12.06 - Zurück nach Xochitepec

Wiederum in aller Herrgottsfrühe (weil Jorge meinte, es könnte doch ziemlich voll werden auf der Autobahn wegen der Feiertage) verließen wir Tlacotalpan.
Das Wetter war wie in Deutschland: Nicht besonders warm und es regnete - da fühlt man sich ja wie zuhause. ;-)

Auf dem Weg zur Autopista nervten die vielen Traktoren mit 5 oder 6 Anhängern dran, die Zuckerrohr zu einer nahegelegenen Zuckerfabrik brachten. Durch die Länge ziemlich schlecht zu überholen, wenn man nicht den Kamikaze-Fahrstil der Mexicaner draufhat.


Dadurch hatte ich aber auch Gelegenheit, mir die Kuhdörfer genauer anzusehen, durch die wir so fuhren. Im Sommer dürfte es dort ziemlich unangenehm sein mit der feuchten Hitze, den Wasserlachen vor den Häusern und den Massen von Moskitos... Ixhel meinte, in solchen Gegenden gäbe es auch Probleme mit Dengue. Ich hab aber auch nicht ganz kapiert, warum viele Häuser durch einen kleinen Teich von der Straße getrennt sind, über den dann eine wackelige Planke führt - warum nicht einfach zuschütten? So, wie es jetzt war, hat man ja eine Moskito-Brutstätte buchstäblich direkt vor der Haustür...?!


So fürchterlich viel gibt es von der Fahrt eigentlich nicht zu berichten. Jorge und ich wechselten uns mit dem Fahren ab, und so näherten wir uns langsam wieder DF.

Zwischendurch wurde noch im Restaurant Los Cafetos gefuttert, sehr empfehlenswert, der Laden, liegt direkt an der autopista Córdoba-Orizaba (beidseitig, siehe Link). Dort kann man auch Kaffee kaufen, was Ixhel dann auch tat - ich durfte bezahlen. ;-)

Je näher man DF kam, desto "dicker" wurde (wie erwartet) der Verkehr, und als wir an Puebla vorbei waren, ging dann fast gar nix mehr. Kilometerlang Stau oder Stop-and-go. Toll. :-)

An einer Raststätte hielten wir nochmal an.

Und dann ging es weiter.

Aber immerhin gab es dann noch was zu lachen:

Rechts neben der Autobahn waren Bauarbeiten im Gange, dort wurden 2 zusätzliche Spuren gebaut, die eigentlich schon ziemlich befahrbar aussahen, aber noch mit Warnbaken abgesperrt waren. Einer kam dann irgendwann nach dem Motto "Ich steh hier im Stau, rechts ist alles frei - da fahr ich doch so weit es geht rechts am Stau vorbei und drängel mich weiter vorne einfach wieder rein!" auf die glorreiche Idee, den neugebauten (und noch nicht durchgehenden) Fahrstreifen so weit es geht zu nutzen, und fand dann natürlich gleich viele Nachahmer.

Innerhalb kürzester Zeit war der neugebaute Fahrstreifen dann auch vollkommen zu, und da, wo es nicht mehr weiter ging, quetschten sich die "Rechtsüberholer" dann - zur Freude der übrigen Autofahrer - wieder auf die normale Fahrspur. Besonders rücksichtslos waren dabei die Bus- und LKW-Fahrer, die sich dort viele Freunde machten. ;-)
So ging das eine ganze Zeit, bis uns auf einmal auf dem "Baustellenstreifen" ein gelber Beetle entgegen kam - nanu?! Langsam ging es weiter, nur auf dem "Baustellenstreifen" tat sich nix mehr, totaler Stillstand. Irgendwann sahen wir dann auch, warum:
Die "Baustellenfahrbahn" lag in diesem Teilstück aus irgend einem Grund ungefähr 25-30 cm tiefer als die normale Fahrbahn, und einer der "Rechtsüberholer" hatte dann am Ende der "Baustellenfahrbahn" die verzweifelte Idee, seinen kleinen Nissan über diese Kante zu wuchten - von hinten drückten ja die anderen Autos nach. Resultat: Nissan auf der Kante festgefahren, es ging weder vor noch zurück, lange Gesichter, großes Gehupe und Gestikulieren der anderen "Rechtsüberholer" und schadenfrohe Gesichter und Beifall bei den "Normalfahrern". Wir haben auch ordentlich geklatscht, gehupt und gewinkt. :-)))

Mich würde ja mal interessieren, wie die wieder von der "Baustellenspur" runter gekommen sind und wie lange das gedauert hat... ;-)

Der Verkehr war, wie erwartet, in DF mal wieder die Hölle, aber ganz langsam arbeiteten wir uns vor Richtung Xochitepec.

Vorher, quasi am Eingang zu DF, noch Mal angehalten. In der Ferne konnte man die für MX typischen, "modernen" Siedlungen sehen.

Ixhel und ich nennen diese Häuser "Mini-Kisten", denn viel mehr sind sie nicht. So groß wie eine Doppelgarage oder sogar kleiner, und sie sehen alle gleich aus. Wenn man da besoffen nach Hause finden will, hat man ein Problem. ;-)

Um 15.50 Uhr standen wir dann endlich wieder in Xochitepec vor der Tür. Den Rest des Tages haben wir dann auch nix besonderes mehr unternommen.

Übrigens, hab ich ja ganz vergessen: Ixhel hatte vor einigen Tagen auf dem Markt in Xochimilco einen Weihnachtsbaum gekauft, der jetzt mit einer "Disco-Lichterkette" versehen unten im Haus stand.

Da isser ohne Beleuchtung


Und hier mit Beleuchtung - Disco!!! :-)


Der Baum sollte dann nach Weihnachten im Garten eingepflanzt werden - ich habe da aber so meine Zweifel, ob Jorge das auch getan hat...wahrscheinlich steht der Baum immer noch unten im Haus, nur leicht vertrocknet... ;-)

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Sonntag, 22. April 2007

 

13. Tag - 22.12.06 - Catemaco und Tlacotalpan

So langsam wird das aber lästig mit dem frühen Aufstehen...heute jedenfalls wieder früh raus, duschen, rein in die Klamotten, Sachen zusammenpacken und um kurz nach sieben los.
Da ja die Akkus für die Kamera jetzt wieder voll waren, hier einige Fotos vom Hotel und dem "drumherum". So richtig doll war das Wetter morgens in Veracruz auch nicht, wie man sehen kann. Aber das ist dort wohl normal. Ist halt nicht die Karibik.



Also den Burrito geentert,


ein Stück weit gefahren und im Vips ein Frühstück eingeworfen. Jaja, ich weiß, im Vips...aber um halb acht morgens ist die Auswahl nun mal etwas begrenzt, und für Boca Del Rio hatten wir gerade keinen Geheimtipp in Sachen Frühstück zur Hand. ;-)



Vor dem Laden standen gleich zwei wirklich bemerkenswert große Pickups. Hier in D wird rumgejault wegen Feinstaub, Schadstoffen, Benzinverbrauch usw., und die Gringos bauen davon unbeeindruckt riesige Spitfresser - irgendwie kommt einem das schon etwas komisch vor...





Dann aus Boca Del Rio raus und im Vorbeifahren noch irgend ein Denkmal oder so fotografiert


die Küste runter Richtung Süden. Was mich immer wieder erstaunt, ist, daß man nur ein paar Kilometer raus sein muß aus der Stadt, und es stellt sich wieder das altbekannte Bild ein: Verlassene oder zwar angefangene, aber anscheinend nie fertiggestellte kleine Hütten, ab und zu eine tienda oder ein ziemlich zweifelhaftes "Restaurant". Aber natürlich die allseits beliebten Topes - ich glaube, die werden in MX auch auf Straßen gebaut, wo nur alle 2 Tage eine Auto vorbei kommt...


Und oft kilometerweit gar nix (südlich von Veracruz gibt es nur zwei Dinge in beliebiger Menge: Sand und Wasser) und dann mitten im Nirgendwo ein kleines Haus mit einem Pickup und ein paar Pferden davor. Die einzige Ablenkung oder Unterhaltung dort wird wohl der Fernseher sein...
Uns kam dann noch ein "Trail" entgegen.



Bei La Piedra dann wieder auf die 180, kurz noch an die Tankstelle.


Unterwegs wurde noch ein Kilo Camarones con limones gekauft, für umgerechnet 6 Euro. Ich habe die Dinger probiert, ganz gut, aber ich hatte eigentlich nicht schon wieder Hunger. War aber nicht schlimm, Oli, Ixhel und die Kinder hatten das Kilo in kürzester Zeit weggefuttert. ;-)



Vorbei an Alvarado (ein bemerkenswert häßliches Kaff) und weiter bis Santiago Tuxtla, wo Schwager Jorge zur Bank wollte, um einen Scheck einzulösen. Die Bank haben wir auch gefunden, aber davor stand eine Schlange von schätzungsweise 50-60 Leuten. :-|

Also weiter (Santiago Tuxtla ist auch nicht gerade sehenswert, aber immerhin ist dort genug Zaster vorhanden, um der Polizei nagelneue Dodge Charger zum Rumcruisen zu kaufen...) und nach San Andres Tuxtla. Auch kein unbedingt so sehenswerter Ort - naja, jedenfalls irgendwie nicht anders als andere kleine Städte in MX- aber die Bank war nicht so überfüllt.


Ich bin dann meine gesamten Kleingeld-Vorräte losgeworden, hier der Grund:


Also Kohle geholt und weiter Richtung Catemaco.

Leider habe ich erst vom Ziel Catemaco erfahren, als wir schon unterwegs waren. Ich hätte gerne "Don Gringo" in Catemaco kennen gelernt, aber dazu war die Sache zu kurzfristig. Sehr schade. :-( Guckt mal in sein Blog, ist sehr lesenswert:

http://www.tuxtlas.com/blog/index.php

In Catemaco wurden wir gleich von einem Mann auf einem Motorrad abgefangen, der uns dann zur Lagune lotste. Also den Burrito abgestellt, und schon ging die Fresserei weiter: Früchte und Raspados für alle (ausser ich, ich wollte nix) und dann in ein Boot gehüpft und ab auf den Teich.
Die Boote sehen nach gemütlichen Touristen-Schaukeln aus, gehen aber dank ordentlicher Außenborder ziemlich heftig los. :-)


Nach relativ kurzer Zeit, vorbei an Bäumen voller Vögel



und Wasserpflanzen-Grünzeugs


hatten wir unser Ziel erreicht, eine Art Reservat oder Esoterik-Park oder so was.



Nun ja, Foto musste sein...



Dort gab es dann einige wenig aufregende Dinge zu sehen:

Statuen,





Schwitzhütten



eine Hängebrücke, die man prima zum Wackeln bringen konnte


eine Art "Stonehenge"



und ähnliches Zeugs im Wald. Man konnte auch Mineralwasser an einer Quelle nahe dem See



aus Blättern trinken, und Oli und Ixhel liessen sich Gesichtsmasken aus Mineralerde verpassen. Sah lustig aus, und sie brauchten ziemlich lange, um den Schmodder wieder aus ihren Gesichtern zu kriegen. :-)





Sean Connery und Mel Gibson waren auch mal da, wie man auf einigen Fotos sehen konnte. Onkel Gibson hat dort ja auch nen Film gedreht (Apocalypto).
Alles in allem ganz nett, aber nun wirklich nix, was einen vom Hocker gerissen hätte.
Krokodile gabe es übrigens auch, eins aus Stein


und ein echtes.



Nachdem die Führung beendet war, stellte sich doch wieder etwas Hunger ein, so daß wir das örtliche Lokal aufsuchten. Donnerwetter, super leckeres Futter zu kleinen Preisen und ein toller Blick über den See!



Mit 4 Erwachsenen und 2 Kindern getafelt, und gerade mal 300 Peselotten bezahlt.




Dann wieder ins Boot und zurück Richtung Anlegestelle.
Unterwegs Zwischenstop bei der "Affeninsel", auf der Forscher irgend wann mal Affen zu Studienzwecken ausgesetzt haben.




Die erwachsenen Affen waren ziemlich feist, und einer hüpfte auf unser Boot. Als der Kapitän dann das Boot von der Insel weg manövrierte, bekam der fette Affe aber Muffensausen und hüpfte zurück auf die Insel. Und weil er etwas zu kurz hüpfte, bekam er auch noch einen nassen Hintern.;-)

An der Anlegestelle angekommen ging es gleich wieder ins Auto, durch Catemaco, wo es durchaus nette Hütten gibt


und nach einem kurzen Stop, um eine paar neue Wischerblätter zu kaufen und zu montieren (die alten verschmierten Dreck und Wasser nur noch gleichmäßig auf der Scheibe), ging es weiter nach Tlacotalpan.

Auf dem Weg dorthin gab es noch einen Käfer zu bestaunen, bei dem auch die hinteren Insassen keine Problem mit der Kopffreiheit haben dürften


und auch noch etliche LKW, die Zuckerrohr geladen hatten.




Dort angekommen checkten wir im Hotel "Casa Blanca" ein, ein nettes kleines Hotel mit vielleicht 8 oder 10 Zimmern.



Die Preise waren zivil, und eine tienda nur ein paar Meter die Straße runter - praktisch, da kann man gleich noch ein paar Dosbier besorgen. :-)

Tlacotalpan ist, soweit ich daß beurteilen konnte, eine schöne, kleine Stadt


von der wir bei Tageslicht leider nicht viel gesehen haben. :-(
Wirklich sehr nett, aber das Klima dort...schweißtreibend...und nix zum Baden - oder jedenfalls wohl nix, wo ich so ohne weiteres reinhüpfen würde.

Wir gingen dann noch ein paar Meter weiter zum Zocalo, um etwas zu trinken. Auch dieser Platz sah nett aus, es gab ein Denkmal von einem Sänger oder Dichter oder so ähnlich,


die von uns gewählte die Kneipe war auch okay, und es war ziemlich wenig los, was mir natürlich besser gefällt als Touristen-Trubel. Ab und zu kamen ein paar Kinder, um für ein paar Peso ein Weichnachtslied zu singen.


Irgendwie ein komisches Gefühl, man sitzt draussen und es ist immer noch brüllwarm, und man hört Weihnachtslieder...

Dann liefen wir noch etwas durch den Ort und ich konnte noch einige schöne Aufnahmen machen.





Jorge bestand dann darauf, mir dort in einem Laden ein (für die Gegend wohl typisches) Hemd zu kaufen (ein superschönes, blaues Hemd mit kurzen Ärmeln, um genau zu sein), und in dem Laden sahen wir dann auch noch einen wunderschönen, großen Spiegel, der 700$ kosten sollte. Ganz ähnlich den kleinen Spiegeln, die wir In Zihua gekauft hatten.

Jorge meinte dann allerdings, er wüsste, wo diese Spiegel hergestellt werden, und wir sollten dann dort gucken, ganz in der Nähe von DF, da wären die erheblich billiger. Waren sie übrigens auch, dazu komme ich dann in einem späteren Beitrag. :-)

Wir wanderten dann noch etwas durch den Ort und fanden eine Bäckerei, wo alle (ausser ich, habe ich schon erwähnt, daß die Leute in Mexico m.M. nach unglaublich viel und oft essen?) noch pan dulce kauften und gleich wegfutterten.

Wie schon gesagt, Tlacotalpan ist ein wirklich schöner Ort, dürfte aber im Sommer mächtig warm sein dort, und Moskitos gibt es dann bestimmt auch ohne Ende...
Wer dort in der Nähe mal vorbei kommt, sollte sich den Ort auf jeden Fall mal ansehen.
Dann zurück zum Hotel. Ixhel ging schlafen, ich habe im Innenhof


noch etwas gelesen und ein paar Notizen in den Palm gehämmert.
Irgendwann bin ich dann auch schlafen gegangen.

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Freitag, 13. April 2007

 

12. Tag - 21.12.06 - Reise zum Ende der Welt

Heute mussten wir - ihr ahnt es sicherlich schon - wieder in aller Herrgottsfrühe aufstehen. ;-)

Schwager Jorge musste nämlich irgendwelche Papiere persönlich in einem Ort namens Zacapala abgeben, der Ort liegt glaube ich im Bundesstaat Puebla und ist das, was der Berliner als Jott Wee Dee bezeichnet: Janz weit draussen. ;-) Danach sollte es weiter gehen Richtung Veracruz.
Also wieder alle Mann in den Burrito und losgezockelt.
Unterwegs kamen wir an einem Berg vorbei, den Jorge als den "Gorillakopf" bezeichnete, natürlich ist das nicht der richtige Name, aber schon irgendwie recht passend...



Irgendwann so um 8.00 Uhr rum machten wir dann Frühstückspause in Cuautla. Dort rieselte ein stetiger Ascheregen vom Himmel, aber nicht von einem Vulkanausbruch, sondern von einer ein paar Kilometer entfernten Zuckerfabrik. Dort wurde das ausgepresste Zuckerrohr gleich zum Heizen der Kessel genommen und irgendwie ging da wohl ziemlich viel Material durch den Kamin. :-)
Nach dem Frühstück ging es dann weiter die 160 runter bis Izucar de Matamoros, wo wir erst mal tanken mussten und nach dem Weg fragen. Nachdem uns der Tankwart und ein anderer Kunde erklärt hatten, wo wir lang fahren mussten, ging es weiter. Von Itzucar bis Zacapala waren es nochmal schatzungsweise 50-60 Kilometer in östlicher Richtung über eine Landstraße mit unendlich vielen Kurven und Hügeln. Zu sehen gab es auf der Fahrt dorthin überhaupt nix interessantes, und selbst der Gegenverkehr war äusserst spärlich. Überholt hat uns auf der ganzen Fahrt nach Zacapala kein einziges Auto, wenn ich mich richtig erinnere.
Unterwegs kamen wir noch an einem kleinen, recht nett aussehend Dorf vorbei, daß Coatzingo hieß. Angeguckt haben wir es uns nicht, wahrscheinlich gibt es dort auch nichts besonderes zu sehen. Aber ich wollte halt ein Foto machen. ; -)


Das ganze dauerte eine Weile, weil man auf der Strecke durch die Straßenführung (und den Burrito) natürlich auch nicht richtig "Kilometer machen" konnte, aber irgendwann in der Mittagszeit kamen wir endlich in Zacapala an. (Man kann sich die Lage von Zacapala übrigens bei mapquest.com ansehen, da sieht man, dass dort wirklich nix in der Umgebung ist...) Hier ein Blick die Hauptstraße runter.

Und in die andere Richtung.

Beeindruckend, oder?! Viel mehr gab es auch nicht zu sehen. :-)
Naja, wenigstens sind die Leute in Zacapala echte Patrioten.


Jorge verschwand dann mit seinen Papieren im Rathaus oder der Gemeindeverwaltung, während wir auf der Straße warteten. Weil es ganz nett warm war, gingen wir erst mal ein Stück die Straße runter in eine tienda und kauften refrescos für alle. Die tienda hatte ein nettes Bild an der Aussenwand.


Jorge tauchte nach einiger Zeit wieder auf und meinte, er hätte mit erheblich mehr Zeit gerechnet, um alles zu erklären und durchzusprechen, aber um so besser, dann konnten wir Richtung Veracruz durchstarten. Also flugs den Burrito angeworfen und ab dafür.
Am Ortsausgang dann noch ein komisches Bild: Da hatte doch tatsächlich jemand ein super modernes, schickes 2-stöckiges Haus mit Marmortreppen, Spiegelfenstern und gepflegtem Rasen drumherum hingestellt.
Das passte irgendwie so gut zu dem Ort wie ein frisch gelandetes UFO. Sehr merkwürdiger Anblick. Jorge meinte, daß dort vielleicht jemand sein Drogen- oder Schwarzgeld investiert hatte.
Falls jemand einen sehr ruhigen Urlaub in MX verbringen möchte, ist Zacapala jedenfalls ein heißer Tip. :-)
Am Ortsausgang wurden wir dann wieder brutal abgebremst, denn es waren Straßenarbeiten im Gange. Und während die Straße von Izucar noch asphaltiert war, ging man bei dieser Straße gerade erst daran, sie mit Asphalt auszustatten.



Eine wirklich heftige Schotter- Staub- und Schlaglochpiste, bei der wir jeden Überholvorgang mit "Prueba mi polvo" kommentierten. ;-)
Blöderweise machten jetzt die Akkus meiner Kamera schlapp, die zwei Ersatzakkus, die ich mit hatte, waren natürlich nicht geladen und ich hatte diesmal auch keinen 12V Akkulader mit. Tja, wenn man nicht an alles denkt. :-| Also erst mal keine Fotos für einige Stunden...

Auf jeden Fall hatten wir nach so 10-15 Km die Staubpiste hinter uns gelassen und wieder eine "richtige" Straße unter den Rädern. Jetzt nahmen wir Kurs auf Veracruz, das aber noch einige Stunden Fahrt entfernt war. Am späten Nachmittag kamen wir endlich dort an, fuhren aber nicht direkt nach Veracruz rein, sondern in einen im Süden gelegenen Vorort namens Boca Del Rio.
Wir stellten den Burrito an der Strandpromenade ab und liefen erst mal ein bißchen am Meer entlang. Bei einem OXXO direkt am Strand konnte ich auch gleich meinen Bier- und Zigarrettenvorrat auffüllen. :-)

Wir gingen dann in ein Restauarant in der Nähe (direkt gegenüber war eine kleine Insel mit einem Leuchtturm), in dem sich die Kellner zu Tode langweilten und sichtlich froh waren, endlich ein paar Gäste begrüßen zu können.
Das Essen war sehr gut, und es gab eine weiße Salsa, die schon in geringster Dosierung verheerende Schäden an den Geschmacksknospen verursachte. Ich esse ja gerne scharf, aber das war dann doch etwas sehr heftig...war wohl Habanero drin.


Frisch gestärkt machten wir uns dann auf, um das berühmte Aquarium zu besuchen, das nur ein Stück weiter am Meer stand.


War ganz interessant, aber mir fehlte in allen Aquarien die "Einrichtung", sprich z.B. Wasserpflanzen. Irgendwie machte alles einen etwas kahlen und sterilen Eindruck.

Andererseits gab es wirklich viele Fische zu sehen, die man im Meer wohl nur sehr selten zu sehen bekommt oder lieber nicht sehen möchte. ;-) Im Aquarium war es extrem stickig, weil es in Boca Del Rio auch nicht gerade besonders frisch war, auch abends war es noch drückend heiß.

Nachdem wir alles ausgiebig angesehen hatten, fuhren wir los um ein Hotel zu suchen. Daran herrschte vor Ort zwar kein Mangel, und supervoll war es eigentlich auch nicht, aber die Preise waren auch nicht gerade superniedrig. Und da wir ja am nächsten Morgen schon weiter wollten, ging es uns auch nicht darum, irgend einen Luxusbunker zu finden.
Nach etwas Sucherei landeten wir schließlich im "Brisas Del Mar". Ein einfaches Hotel mit sauberen Zimmern direkt an der Uferstraße. Das Doppelzimmer kostete ohne Frühstück 350 $, wenn ich mich richtig erinnere. Sogar einen Pool gab es im Innenhof, der allerdings aussieht, als wenn jemand zuerst einen Bunker bauen wollte und sich dann überlegt hat, einen Pool daraus zu machen. ;-) Einfach ein riesiger Betonklotz mit einem rechteckigen Loch drin - kurios. :-)

Ixhel und ich gingen dann etwas später noch zu einem Cafe, ein paar 100 Meter weiter. Der Laden hieß Cafe Andrade (Update: Tja, da hat der Cafe-Besitzer wohl die Domaingebühr nicht bezahlt, die URL war sogar auf die Kaffeetüte gedruckt - aber dieser Link funktioniert). Netter Laden, nicht zuviel los dort, als wir da waren. Nach ein paar Drinks kaufte Ixhel noch ein Paket Kaffee und wir gingen wieder zurück zum Hotel. Die Gehwege in Boca Del Rio könnte man übrigens ideal als Teststrecke für Geländemaschinen benutzen...
Ich schraubte mir dann noch in paar cervezas rein, und damit war der Tag auch schon rum.
Immerhin hatte mein "Schnelllader" inzwischen die Akkus für die Kamera wieder vollgepumpt. Also ab morgen wieder Fotos. :-)

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Freitag, 6. April 2007

 

12. Tag - 20.12.06 - Vertigo

Um 5.00 Uhr aufstehen, und das im Urlaub... worauf hatte ich mich da nur eingelassen? ;-)

Aber was muss, dass muss, heute ging es mit Schwager Jorge auf eine Baustelle, denn er er ist Bauingenieur. Also um 20 vor 6 ins Auto gehüpft,in dem noch zwei seiner Mitarbeiter saßen, und los ging es zuerst mal quer durch DF, um in einer Siedlung irgendwo in der Nähe des Flughafens noch einen Theodoliten abzuholen.
Dann ging es - unter anderem an einem entsetzlich stinkenden Kanal entlang - weiter Richtung Pachuca. Die Fahrt dauerte gute zwei Stunden, und in Pachuca angekommen gab es erst mal ein feines Frühstück im Fiesta Inn, das mehr oder minder am Stadtrand liegt. Sehr zu empfehlen, das Buffet ist großartig.

Nachdem alle vollgefressen gesättigt waren, ging es weiter ins Zentrum. Dort den Wagen abgestellt, die Ausrüstung geschnappt und ab zum Uhrenturm, der wohl so etwas wie das Wahrzeichen von Pachuca darstellt (sogar auf Bussen, die zwischen Pachuca und DF pendeln, ist ein Bild des Turmes zu finden).
Dieses alte, etwa 50-60m hohe Gemäuer beherbergt eine fast 100 Jahre alte, mechanische Turmuhr aus England nebst Glockenspiel und ist zur Zeit komplett eingerüstet. Und während die Turmuhr noch in einem hervorragenden Zustand ist und angeblich noch sehr genau läuft, hat der Turm selber wohl eine Renovierung teilweise nötig.
Also rauf auf das Gerüst (das war übrigens Made In Germany) und Maße aufnehmen und Fotos machen. 50-60m hört sich übrigens gar nicht so wild an, wenn man aber oben ist, ist das doch ganz nett hoch...






Jedenfalls sind wir dann in zwei Teams stundenlang draussen auf dem Gerüst rumgekrochen und haben alle möglichen Maße aufgenommen, Skizzen gemacht und bei Bedarf auch Fotos von irgendwelchen Details gemacht.
Weiter ging es dann im Turm, in dem im Erdgeschoß eine Touristeninformation untergebracht ist. Von dort aus gelangt man über eine Wendeltreppe auf eine Plattform in ca. 5m Höhe (kann man auf dem Bild unten gut sehen, da, wo die Plattform rumgebaut ist). Dorthin gelangt man auch als Tourist noch, wenn man die Angestellten unten im Tourismusbüro fragt.


Danach ist aber Schluß mit lustig, auf die nächste Ebene gelangt man durch einen kleinen Schacht, in dessen Wand Stahlspangen als Aufstieg eingelassen sind. Dieser Schacht ist für normales Publikum nicht zugänglich (mit einer Gittertür versperrt) und führt in den Raum, in dem das Uhrwerk untergebracht ist. Hier isses:



Das Uhrwerk stammt übrigens aus London.
Da der
Holzboden nicht unbedingt den neuesten Eindruck machte und auch einige Klappen in den Boden eingelassen sind, musste man dort ein bißchen aufpasssen, wo man hintrat...ansonsten wäre man sehr schnell eine Etage weiter unten gelandet. ;-)
Zwischenzeitlich kamen noch drei Architekturstudentinnen an, die dann das andere Team bei der Arbeit draußen am unteren Teil des Turmes unterstützten.
Nachdem auch im "Uhrenzimmer" alle Maße aufgenommen waren und die Frau Architektin, die sämtliche Maße in Pläne eintrug bzw. diese Pläne erst mal freihand zeichnete, zufrieden war, ging es über einige mehr als fadenscheinige Stahltreppen noch eine Etage höher. Die Treppen benutzten wir brav nacheinander und immer nur einer, weil sie wirklich keinen allzu stabilen Eindruck machten.


In der nächsten Etage befanden sich dann die 4 großen Ziffernblätter der Uhr,





und in der Mitte kam die Uhrwelle hoch,


die dann über ein Verteilergetriebe zu den Ziffernblättern "verteilt" wurde.
Auch hier wurden wieder alle möglichen und unmöglichen Maße aufgenommen, und danach ging es noch eine Etage weiter hoch, diesmal über eine klapperige Holzleiter.


Hier oben in der letzen Etage hängen die Glocken, die über Seile und Umlenkrollen betätigt werde (und die, aus nächster Nähe, wirklich mächtig laut sind). In dieser Etage gibt es auch keine richtigen Wände mehr, sondern die Stahlträger sind einfach von aussen mit Kupferblech verblendet. Damit die Tauben hier oben nicht alles zuscheißen verschmutzen, sind die Fensteröffnungen vergittert.



Links auf dem Foto die Frau Architektin, die übrigens die ganze Zeit einen Wollschal trug - tja, das Temperaturempfinden in D und MX ist sehr unterschiedlich. ;-)

Irgendwann so gegen 13.00 Uhr waren Jorge und ich nen Kaffee trinken in einem kleinen Laden direkt am Platz, und wir haben für alle etwas zu trinken gekauft. Die Frau Architektin war auf einmal für so ca. 1,5 Stunden verschwunden - zum Mittagessen, meinte Jorge.

Auf jeden Fall ging es dann außen am Turm weiter, der Sockel mußte auch komplett ausgemessen und aufgenommmen werden, was wegen des Gerüstes teilweise etwas umständlich war.

Dann kamen auch noch zwei Professoren von der Uni, die die Studentinnen geschickt hatte, und es wurde eine Weile gefachsimpelt.

Am späten Nachmittag war dann für diesen Tag alles erledigt, wir packten unseren Krempel zusammen und liefen wieder die paar Meter zur Tiefgarage (die sich unter dem Platz direkt am Turm befindet), enterten den "Burrito" und setzten Kurs Richtung DF.


Irgendwo mitten in der Botanik hielten wir dann an, um neben der Straße die tagsüber weggezischten Getränke wieder loszuwerden. Just in diesem Moment dröhnte ein AC Cobra an uns vorbei (echt oder eine Replica? In MX ist alles möglich...) und Jorge erspähte ein paar Dutzend Meter weiter von der Straße weg ein paar riesige Kakteen, von denen er einige "Tunas" genannte Früchte absäbelte. Ich hab keine Ahnung, wie diese Früchte im Deutschen bezeichnet werden, aber sie schmeckten jedenfalls sehr gut.




Die Agaven, die in der Nähe wuchsen, waren auch ordentlich groß, so 2-2,5m. Dieser Schwengel da auf dem Foto oben hatte so ca. 4-5m.

Die weitere Fahrt verlief weitgehend ereignislos, mal abgesehen davon, daß der Verkehr in DF natürlich mal wieder die absolute Katastrophe war und wir ewig im Stau standen. Einer der Mitarbeiter stieg deshalb nach einiger Zeit aus, um zu einer nahegelegenen Metrostation zu gehen und mit der Bahn nach hause zu fahren.
So gegen 20.00 Uhr war ich dann endlich wieder in Xochitepec, wo ich mir dann als erstes ein wohlverdientes kaltes Bier reinzischte. :-)

Artikel zur Renovierung des Uhrenturmes finden sich übrigens z.B. hier oder hier.

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