Donnerstag, 25. Januar 2007

 

9. Tag - 17.12.06 - Geburtstagsfeier ohne Geburtstag


Heute wurde ein Geburtstag gefeiert, nämlich der von Gabi. Und gefeiert wurde nur ein Stück weit weg in Xochitepec, bei Schwager Jorges Mutter.
Mittags rückten ein paar Leute mit einem Pickup an und bauten die Hüpfburg auf, die für den Nachmittag gemietet war. Die mussten Andres und Gabi natürlich sofort ausprobieren,


aber auch eine andere, schon durchaus erwachsene Person konnte sich nicht zurückhalten und hüpfte darauf herum. ;-)

Ausser uns war natürlich noch reichlich Familie anwesend, allerdings längst nicht alle. :-)


Der Tag verging dann mit fußballspielen, dem unvermeidlichen Pinata-Kloppen und natürlich essen. Und das Essen war natürlich hervorragend. :-)



Die Hühner mussten ausnahmsweise nicht um ihr Leben fürchten. ;-)



Manch einer tat auch so, als ob er arbeiten würde - aber die Verkleidung war einfach zu unglaubwürdig. ;-).


Abends fragte Schwager Jorge uns, ob wir ins Internet wollen und unsere Email checken, was wir dann an einem der PCs in Jorges Büro auch taten.


Seht ihr die kleine CD-Dose links? Darin hatte Jorge zwei kleine schwarze Skorpione eingesperrt, die er irgendwo in der Nähe gefunden hatte. Er meinte aber, die wären harmlos, und daß es in MX wohl noch weitaus größere, aber vor
allen Dingen auch richtig gefährliche (sprich giftige) Skorpione geben würde.
Nun ja, besonders hübsch sind die Tierchen nicht gerade, andererseits sehen die schon irgendwie faszinierend aus mit ihren Scheren und dem Stachel.

Am frühen Abend war die Feier dann vorbei und wir gingen zurück zum Haus, wo Ixhels Bruder noch ein bißchen das Haus rockte - bzw. seinen "Mini-Baumarkt". ;-)



Warum der Titel Geburtstagsfeier ohne Geburtstag ist? Ganz einfach: Gabi hatte erst am Dienstag darauf Geburtstag, aber weil die Leute nur am Wochenende Zeit hatten, fand die Feier halt früher statt. ;-)

Labels: ,


Samstag, 20. Januar 2007

 

8. Tag - 16.12.06 - Bloggertreffen

Der verrückte Busfahrer hatte tatsächlich eine ziemlich respektable Zeit für die Strecke herausgefahren, das musste ich zugeben. Irgendwann um 5.00 Uhr morgens herum waren wir am Terminal in DF, wo uns Ixhels Bruder abholte - er hatte sich die Nacht mit Freunden in einer neueröffneten Diskothek um die Ohren gehauen und kam direkt von dort.
Wir fuhren also zurück nach Xochitepec und tranken dort erstmal einen Kaffee, bevor Ixhel und ich und auch ihr Bruder sich erst mal etwas aufs Ohr legten.
Nachdem wir irgendwann zum Mittag hin wieder aufgestanden waren, fuhren wir mit Ixhels Schwester Olivia zum Comercial Mexicana, und dort erstanden wir einen Fön für ganze 99$. Ixhel hatte nämlich kurz vor unserer Abreise aus D unseren 110/220V Fön geschrottet, fragt mich nicht wie, ich weiß es nicht. ;-)
Ixhel telefonierte dann mit Don Alfonso, dem Taxifahrer unseres Vertrauens, der uns zum Bloggertreffen bringen sollte.
Am späten Nachmittag stand Don Alfonso dann auch pünktlich mit seinem vocho vor der Tür und brachte uns nach kurzer Einweisung zum Domizil des Einwanderers und seiner Familie. Ich hatte, wie schon erwähnt, den Sixpack belgischen Bieres im Rucksack, und noch ein paar Sachen, die mir die Mutter von Andreas in D zum Mitnehmen zugeschickt hatte.
Der Tracker, der vor der Tür stand, war passend geschmückt, und auch am Tor fand sich ein dezenter Hinweis auf die Nationalität. :-)


Es waren zum Treffen alle anwesend, die sich auch angekündigt hatten,


Roland kam mit seinem im Blog schon vorgestellten vocho,


und auch der Osito fand den Weg zu Andreas.


Es war für mich sehr interessant und erfreulich, endlich mal alle die Leute kennen zu lernen, mit denen ich vorher nur per Email, Community oder Blog in Verbindung stand.
Natürlich konnten die Leute, die nicht in DF oder in der Nähe wohnen, z.B. Martin oder Sven, nicht mal eben vorbeikommen, aber ich denke, auch die werden wir irgendwann mal mit einem Besuch bedrohen, wenn es sich einrichten lässt. ;-)

Leider konnten wir nicht so lange bleiben, wie ich es mir gewünscht hätte, denn Ixhel hatte (ohne
mein Wissen) mit Don Alfonso abgesprochen, daß er auf uns warten sollte (was er auch tat). Und Don Alfonso wiederum hatte genau den vocho, mit dem er uns hergebracht hatte, ein paar Tage vorher verkauft und sollte ihn just an diesem Abend bis 22.00 Uhr seinem neuen Besitzer übergeben. :-| Planung a la Mexico in Reinform...
So kam es dann, daß Ixhel relativ früh anfing zu drängeln, daß wir abfahren müssten. Das passte mir ehrlichgesagt gar nicht, denn ich wollte mich gerne noch mit den Leuten unterhalten, Andreas z.B. war als Gastgeber die ganze Zeit am rumrotieren, und der Osito kam auch erst relativ spät, so daß wir uns eigentlich überhaupt nicht unterhalten konnten (Osito arbeitet bei einer deutschen Firma in MX, und ich hätte gerade in Hinblick auf das Arbeiten in MX gerne mal ein paar Worte mit ihm gewechselt).
Zu dem Thema hatte ich dann am nächsten Tag noch einen kleinen Disput mit Ixhel, weil ich mich
ziemlich darüber geärgert habe, so früh wieder abdampfen zu müssen. Schließlich habe ich die Leute zum ersten Mal in persona getroffen, und die Gelegenheit wird sich auch so schnell nicht wieder ergeben, da liegen etliche 1000 Km in Form eines Ozeans dazwischen. :-(
Vor dem Hintergrund, daß wir einen Umzug nach MX zumindest nicht ganz ausschließen und die Erfahrungen der Leute sicherlich interessant sind, fand ich unsere frühe Rückfahrt deshalb wirklich mehr als ärgerlich. :-(


Wir fuhren also zurück nach Xochitepec, wo ein Stück weiter die Straße runter an diesem Abend eine fiesta stattfand, mit Live-Band usw. Ixhels Bruder Jorge kam auch mit.


Dort hielten wir uns noch einige Zeit auf, aber weil mich das alles nicht wirklich vom Hocker riß (und ich mir vorkam wie ein Weißer im tiefsten Afrika, weil alle mich so anguckten - ich seh nun mal ganz und gar nicht mexicanisch aus), gingen wir so um 1.00 Uhr zum Haus zurück.

Schlafen konnten wir allerdings erstmal nicht, weil direkt vor dem Haus alle paar Minuten Raketen gestartet wurden, die mit einem *sehr* lauten Knall explodierten. Und mit laut meine ich auch LAUT, denn der auf dem Nachbargrundstück geparkte, kleine Atos beantwortete jede Explosion mit seiner Alarmanlage. ;-)

Für *solche* Raketen oder Böller bräuchte man in D mindestens einen Waffenschein.
Oder sie würden als Kriegswaffen gelten. ;-)
Irgendwann war der Vorrat an Raketen und Böllern wohl aufgebraucht, und wir konnten endlich schlafen...

Labels: ,


 

7. Tag - 15.12.06 - Zurück nach DeEffe

Wie ich schon geschrieben hatte, hatten wir ausgehandelt, daß uns für den letzten Tag bis abends ein anderes Zimmer zur Verfügung gestellt wurde (in den Zimmern in dem Haus am Meer sollten heute angeblich überall Gäste einziehen). Also gingen wir morgens erst mal frühstücken und packten danach unsere Sachen zusammen. Dann trabten wir mit unserem Kram zur Rezeption und bekamen dort die Schlüssel für ein Zimmer am Pool, in dem Gebäudeteil, wo auch die Rezeption untergebracht ist.


Uns fiel allerdings auf, daß anscheinend nur 5 Zimmer belegt waren, und von den Besuchermassen, die angeblich für heute erwartet wurden, war auch bis abends um 8 nix zu sehen...komisch. Warum erzählt man uns dann sowas? Das "temporäre" Zimmer war übrigens sehr nett, mit einer kleinen, ebenerdigen Veranda direkt am Pool, die mit großen Holztüren zum Zimmer hin ausgestattet war. Allerdings fehlte die leichte Brise, die bei dem Haus am Strand immer wehte, und man merkte deutlicher die Hitze.
Nachdem wir unsere Sachen reingeschleppt und das Zimmer inspiziert hatten, gingen wir los, um noch ein bißchen die Umgebung zu erkunden. Wer sich das Hotel schon in google maps angeguckt hat, hat gesehen, daß es am Rand von Zihua liegt. Das hat zwar den Nachteil, daß man eben nicht an jeder Ecke einen Laden oder ein Lokal findet und mal ein paar Meter laufen muß, aber es ist eben auch bedeutend ruhiger als im Zentrum. Hotels gibt es aber auch in diesem Bereich der Stadt genug, wie man hier unschwer sehen kann

und auch Pensionen, in denen man günstig ein Zimmer mieten kann. Mir gefiel es in dieser Ecke von Zihua wirlich gut, viel besser als im Zentrum. Auf unserem Spaziergang sahen wir ein sehr schönes Haus, gar nicht weit weg vom Hotel, das wir uns gleich mal näher angucken mussten.


Der Freiluftbereich im oberen Stockwerk war offensichtlich die Küche - sehr praktisch, da kann man auch mal nen toten Fisch braten, ohne daß die ganze Bude danach müffelt. ;-) Keine Ahnung, ob das ein normales Wohnhaus war, oder ob man es mieten konnte. Auf jeden Fall sehr schön, finde ich.
An einem kleinen Platz in der Stadt sahen wir ein mit Blumen geschmücktes Bild. Ob das da ständig hängt oder ob es einen besonderen Anlaß gab, weiß ich nicht, aber es sah nett aus.
Die kleine Mexicanerin vor dem Bild ist zufällig meine Frau. ;-)


Dann, mitten in der Stadt, dachte ich, mich trifft der Schlag - ich dachte: "Ay caramba - uns erzählt Martin "Cabronsito" immer, er wäre ein braver Familienvater in der Heißwasserstadt, aber in Wirklichkeit ist er eine Lokalgröße in Zihua!"
Dann allerdings merkte ich, daß ich daß Schild nicht ganz richtig gelesen hatte. Naja, ich bin ja auch Brillenträger. :-)


Wir kauften dann noch etwas zu essen und zu trinken für die Fahrt zurück nach DF und liefen dann wieder zurück zum Hotel. Da wir diesmal einen etwas anderen Weg wählten, bekamen wir auch noch die Feuerwehrstation zu sehen. Tja, das gute Wetter machts möglich: Nen paar Betonstützen, nen Dach drauf und fertig ist die Fahrzeughalle. Ich bezweifle allerdings, daß man mit dem einen Fahrzeug ernsthaft was ausrichten kann, wenn es mal richtig in der Stadt brennt. (Ja, ich kann das beurteilen, ich war über 20 Jahre Mitglied der freiwilligen Feuerwehr hier im Kuhdorf und habe etliche Einsätze mitgemacht. Dies nur, bevor mir jemand "typisch deutsche Besserwisserei" vorwirft...)


Ein Stück weiter versuchte ich dann, einen Gecko zu fotografieren, der an einer Wand herumflitzte, aber das war gar nicht so einfach, daß Tierchen war ziemlich schnell und schreckhaft. Hat aber nach einigen Anläufen, bei denen das Bild immer nur eine leere Wand zeigte, doch noch geklappt.
Da isser:

Zurück im Hotel wechselten wir in unsere Strandklamotten, schnappten uns die Badelaken, gingen wir wieder an den Strand und machten es uns dort für den Rest des Tages gemütlich.


Abends hüpften wir dann unter die Dusche und gingen danach ein Stück die Straße runter zum "Rufo's", wo wir etwas futterten. Ein junger Mann spielte dort Gitarre und sang dazu, und der Kerl konnte beides verdammt gut. Ob der sich das selber beigebracht hatte?
Dann gingen wir zurück zum Hotel, packten unseren Kram zusammen und baten den Mann an der Rezeption, uns ein Taxi für die Fahrt zum Busterminal zu rufen. Das tat er auch und bemerkte, daß die Fahrt etwa 20-25$ kosten würde. Das Taxi war nach ein paar Minuten da, und die Fahrt dauerte auch nur ein paar Minuten.
Am Terminal angekommen dann aber mal wieder ein typischer Versuch von Beschiß, mit den blöden Touristen kann man das ja ruhig machen: Der Fahrer verlangte für die Fahrt auf einmal 35$. Auf unseren Hinweis, daß die Fahrt vom Terminal zum Hotel nur 25$ gekostet hatte und der Mann im Hotel auch diesen Preis genannt hatte, entgegnete er, daß das wohl ein anderes Taxiunternehmen gewesen sein müsste. Ixhel wurde ziemlich sauer und es gab ein bißchen hin und her, dann drückte sie ihm 30$ in die Hand, womit er sich auch zufrieden gab. Tja, das ist eben typisch in MX, jeder, der nicht wie ein Mexicaner aussieht, zahlt den Gringo-Aufschlag - oder man versucht zumindest, ihn zahlen zu lassen. :-| Andreas hat dazu ja auch schon mal was geschrieben. Bevor jetzt jemand sagt "Aber es ging doch nur um 10 Pesos" - darum ging es eben nicht. Mich nervt es teilweise in MX tierisch an, daß man andauernd versucht, mich auf deutsch gesagt zu bescheißen, weil man denkt, das alle Ausländer "reich" sind. :-|
Wir mussten dann noch ein bißchen auf den Bus warten, und während Ixhel am Terminal auf unser Gepäck aufpasste

ging ich zum benachbarten Ford-Händler, Autos angucken. Der neue Mustang gefällt mir ganz gut, aber leider (oder zum Glück) war kein Preis dran. Für "Topelandia" wäre so eine Kiste aber definiv nix. Da würde man sich an den topes wohl öfter mal böse den Unterboden anschubbern.


An der PEMEX Station bei La Noria steht immer so ein Teil mit schicken Alufelgen, aber wie gesagt, ich bezweifle, das man damit im DF glücklich wird...na ja, muß jeder selber wisen. :-)

Die Rückfahrt nach DF war diesmal etwas unangenehm, weil der Busfahrer sich wohl für Walter Röhrl hielt und fuhr, als wenn er einen neuen Rekord aufstellen wollte. Auf einem Stück Straße, daß sehr bergig und kurvig war, scheuchte er eine ganze Weile einen kleinen Corsa vor sich her und überholte ihn dann. Das ist mit einem fast voll besetzten Reisebus schon eine (recht fragwürdige) Leistung, wie ich finde. Weil der Busfahrer so heizte, wurde man in den Kurven jedesmal nach rechts und links geworfen, schlafen konnte man da kaum, und der gezeigte Film war auch Müll, sowas wie eine Telenovela in Spielfilmlänge. Mitten in der Nacht, in einem Dorf, stieg der Busfahrer dann auf einmal voll in die Eisen, so daß es einen fast aus dem Sitz riß. Ixhel meinte, er hätte dort einen Hund überfahren, weil sie ein Geräusch hörte, das sich wie der Aufschlag von etwas an den Bus anhörte. Danach ging die Raserei weiter, aber zum Glück kamen nicht mehr so viele Kurven und Bergstrecken, und irgendwann schlief ich ein.

Labels: ,


 

6. Tag - 14.12.06 - Ein fauler Tag und ein witziges Schild

Zihua ist in den google maps in ziemlich guter Auflösung zu finden, darum mal ein kurzer Exkurs dazu:

Man kann das Hotel ganz gut erkennen und damit auch unseren Wegen folgen, guckt mal
hier. Allerdings scheinen die Aufnahmen nicht auf dem neuesten Stand zu sein. Seht ihr den Pool, der zwischen zwei Häusern "eingequetscht" ist, fast am Ende des Strandes? Das ist der Pool vom Hotel. Wenn ihr jetzt der Straße vor dem Hotel nach links folgt, kommt unterhalb des leicht ovalen Pools zuerst der Abzweig nach links, der die erwähnte Treppe ist, und oben auf dem Berg ist die tienda "La Rana". Dann kommt die Kreuzung, wo linkerhand am Ende der Straße ein Truck oder ein Bus und zwei Autos stehen. An dieser Kreuzung findet sich zur Zeit rechterhand auf der Ecke das Lokal "Rufo`s". Geht man die Straße weiter nach links entlang, sieht man auf dem Bild ein gelbes Auto, das rechterhand auf einem unbebauten Grundstück steht. Und das Auto steht da anscheinend heute noch. :-) Könnte sehr gut der gelbe Kombi zu sein, den ich am Vortag fotografiert hatte.

Von rechts oben nach rechts unten läuft der Kanal (oder was immer es auch ist - zum Glück stank es nicht!). Da sah man auch Vögel rumlungern.

Oberhalb des Kanals findet sich die 4-spurige Straße, die zu dem großen Kreisverkehr führt und in die andere Richtung zur Innenstadt. Seht ihr die Fußgängerbrücke über den Kanal? Ein paar Meter davor ist das Cafe "Adriana", wo man so prima frühstücken konnte.
Und etwas weiter nach links, kurz vor dem Strand, gibt es noch eine zweite Brücke, und direkt links davon (das U-förmige Gebäude) ein kleines Museum (das wir aber leider nicht besichtigt haben).

Nach dem Aufstehen gingen wir wieder mal zum Früstücken zum "Adriana", und weil wir keine Lust hatten, in die Stadt zu gehen, kehrten wir zum Hotel zurück und beschlossen, den heutigen Tag schön faul am Pool bzw. Strand zu verbringen.

Und genau das taten wir dann auch. :-)
Ein Zeitungsverkäufer am Strand kam zu uns und bot mir auf englisch einige US-Zeitungen an, als ich ihm aber auf spanisch erwiderte, daß ich kein gringo bin und nach deutschen Zeitungen fragte, musste er passen. ;-) Ixhel kaufte aber eine mexicanische Zeitung.

In der Mittagszeit überfiel mich das dringende Verlangen nach kaltem cerveza, und wir dackelten zur tienda "La Rana". Die Besitzerin (die uns schon kannte, weil wir jeden Tag vorbeikamen) , eine etwas rundliche, immer freundliche Frau, fragte Ixhel bei der Gelegenheit, woher ich komme und wie wir uns kennengelernt haben. Als Ixhel sagte, daß wir uns zufällig im Internet über den Weg gelaufen sind, grinste die Frau und meinte dann "Das ist ja praktisch! Wenn ich meinen Kerl mal zum Teufel jage, gehe ich ins Internet und sehe zu, daß ich auch einen Mann aus Deutschland finde!". Besagter Kerl hing immer irgendwo im Hintergrund rum und döste in einem Stuhl vor sich hin. :-)

Mir fiel bei unserem Einkauf ein Schild auf, das hinter der Ladentheke oben unter der Decke hing. Da ich kein Foto gemacht habe, hab ich mal schnell ein Bild zusammengedengelt:

DEN Spruch finde ich einfach nur klasse! :-) :-) :-)

Wir kauften dann eine Telefonkarte für 50$

und riefen von einem Kartentelefon ein paar Meter weiter zuerst Ixhels Mutter in Leon und danach meine Eltern in Deutschland an, die sich freuten, von uns zu hören. Eine gute Sache, diese Telefonkarten, die es mit unterschiedlichen Beträgen gibt - 50$ war glaube ich die "kleinste". Man rubbelt dann auf der Rückseite eine PIN (Zahlenkombination) frei und ruft eine kostenlose Nummer an. Dann gibt man die PIN ein und dann z.B. 001 und die Nummer in Deutschland. Diese besagten Kartentelefone findet man fast überall (okay, vielleicht nicht in den total entlegenen Kuhdörfern), und mit der Karte halten sich die Kosten auch in Grenzen. Auf jeden Fall günstiger als mit dem Handy nach Deutschland zu telefonieren.

Danach gingen wir zurück zum Pool und später dann Strand, wo wir im "La Rana Rene", das ja nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt liegt, noch ein paar Getränke bestellten

und dann, am frühen Abend, unser Abendessen futterten. Zurück im Hotel fiel mir ein, daß meine Digitalkamera ja u.a. auch ein "Dämmerungsprogramm" und ein "Nachtprogramm" hat, und mit dem schon erwähnten kleinen Stativ probierte ich das ganze mal vom Balkon unseres Zimmers aus. Die Ergebnisse sind eigentlich ganz ansehnlich, wie ich finde.

Etwas später fiel dann noch für etwa 15 Minuten der Strom aus, aber das war nicht so schlimm, weil wir die Klimaanlage abends eh nicht laufen ließen. Damit war wieder ein Tag rum, und uns blieb noch ein Tag in Zihua.

Labels: ,


Freitag, 19. Januar 2007

 

5. Tag - 13.12.06 - Seltsame Erlebnisse und ein Umzug

Nachdem das Kreuzfahrtschiff gestern abend irgendwann verschwunden war, hatten wir ja schon auf einen "gringo-freien" Tag gehofft, aber nach dem morgendlichen Blick aus dem Fenster war es dann wieder Essig damit: Schon wieder so ein Riesenpott in der Bucht. :-|

Diesmal verzichteten wir auf Fotos und beschlossen, uns in der Stadt von der Uferpromenade möglichst fernzuhalten. Da Ixhel aber unbedingt ein pan dulce futtern wollte und wir noch ein paar Klamotten zum Reinigen geben wollten, machten wir uns wieder auf die Socken. Wie schon vorher wurde ein Frühstück im Cafe Adriana eingeworfen. Hier ist es zu sehen, Blick in Richtung Hotel.

Dann über den Kanal und an der 4-spurigen Straße entlang, die parallel zum Kanal und der Calle Adelita verläuft, Richtung Innentadt. Die sieht so aus und wird fleißig als Beschleunigungsstrecke benutzt, weil es keine topes gibt:

Aber irgendwie war da nix von einer Bäckerei zu sehen. Ixhel wollte dann an der ersten Ampel links Richtung Innenstadt gehen, weil sie meinte, dort eine Bäckerei ausgemacht zu haben, ich schlug vor, noch ein Stück der Straße zu folgen.

War eine gute Idee, wir kamen nämlich zur Markthalle, und dort konnte Ixhel endlich ihr geliebtes pan dulce kaufen. Ausserdem gab es natürlich noch alle möglichen und unmöglichen Sachen dort zu kaufen: Spielzeug, Klamotten, Fleisch, Obst, Gemüse (viele Obst- und Gemüsesorten hatte ich noch nie gesehen, geschweige denn gegessen), natürlich Fische in allen Variationen und alles andere aus dem Meer usw. usw..

An einem der Ausgänge war auch eine Brutzelküche, in der zwei Frauen Essen verkauften, sah gut aus, wir haben es aber leider verpennt, dort nochmal hin zu gehen.

Dann ab in die Stadt zu dem Laden, in dem Ixhel den Spiegel kaufen wollte. Tatsächlich war der Spiegel über Nacht billiger geworden. ;-) Also kaufte Ixhel gleich zwei, für 280$ das Stück. ;-) Dazu in einem späteren Bericht noch eine interessante Anmerkung...

Die andere Bäckerei fanden wir dann auch noch, sie ist winzigklein und in einem Cafe untergebracht, das pink angemalt ist und eine oder zwei Straßen von der Promenade entfernt liegt.

Dann hatten wir ein merkwürdiges Erlebnis: Eine ziemlich umfangreiche gringa sprach mich an und fragte "Did you...(total unverständlich)..nelly?". Ich bilde mir ein, ein ziemlich gutes Englisch zu sprechen, aber ich hatte keine Ahnung, was sie gute Frau von mir wollte, und konnte nur mit "Sorry?" antworten. Daraufhin wiederholte sie den Satz nochmal, und ich verstand wieder nur Bahnhof, sah sie fragend an und zuckte mit den Schultern. Das wurde ihr wohl auch zu blöd, und sie ging ihres Weges. ;-) Ixhel, die direkt hinter mir stand, hatte auch nix verstanden. Naja, wir werden wohl nie erfahren, was die Tante wollte. Auch egal. :-)

Wir liefen dann noch etwas durch die Stadt und kauften noch ein paar Sachen ein. Nee, keine
Souvenirs, wie z.B. dieses wunderschöne Stück: *würg*

In dem Laden, wo dieser extrem häßliche Trümmer im Fenster hing, gab es wirklich schöne Sachen – warum verkaufen die dann solchen Ramsch? Und vor allen Dingen: Wer kauft sowas? *kopfschüttel*

Also schnell wieder Richtung Hotel. In der Calle Adelita waren ein paar Leute dabei, eine Palme etwas zurechtzustutzen, und alle naselang segelten Palmwedel oder Kokosnüsse auf die Straße.

Das ist wieder so etwas, was ich in MX gut finde: Da wird kein großer Hermann raus gemacht, einfach los und fertig. In D würde die Straße für 3 Tage gesperrt, und alle im Umkreis von 50m müssten nen Schutzhelm tragen, natürlich gemäß den EU-Vorschriften...

Ein paar Meter weiter standen ein alter Pickup und ein Kombi auf einem total zugewucherten , ansonsten leeren Grundstück. Die gelbe Schüssel wäre bestimmt ein interessantes Restaurierungsobjekt...

Im Hotel angekommen wurde uns eröffnet, daß wir in ein Zimmer ein Stockwerk höher umziehen mussten, weil in dem von uns bisher bewohnten Zimmer irgend etwas repariert werden sollte. Naja, wenn es denn sein muß...das "neue" Zimmer war fast genau so wie das "alte". Als kleinen Bonus handelten wir allerdings aus, daß am Abfahrtstag bis abends noch ein Zimmer zur Verfügung gestellt wurde, in dem wir unser Gepäck lassen und uns aufhalten konnten. Der Bus zurück nach DF fuhr nämlich erst kurz nach 21.00 Uhr, und so mussten wir nicht den ganzen Tag unser Gepäck mit uns rumschleppen. :-)

Wir haben uns dann den Rest des Tages und im Hotel oder am Strand aufgehalten, damit wir nicht in irgendeinen Touristentrubel geraten. Ixhel wollte eigentlich noch in ein Lokal namens "Sirena Gorda" (das wohl ziemlich bekannt ist), aber letztendlich hatten wir beide keine Lust mehr, dorthin zu gehen.


Labels: ,


Donnerstag, 18. Januar 2007

 

4. Tag - 12.12.06 - Die Invasion

Morgens um 8 aufgewacht, weil es im Zimmer einfach zu warm wurde und wir die Klimaanlage nicht die ganze Nacht laufen lassen wollten – die machte nämlich ziemlichen Lärm. Der erste Blick vom Balkon auf das Meer, und nanu? Ein Riesenpott lag in der Bucht vor Zihua, sprich: ein Kreuzfahrtschiff.

Da man auf die Entfernung den Namen des Schiffs nicht erkennen konnte, wurde die kleine Digitalkamera zur Hilfe genommen. Aber erst mit vollem optischen Zoom und eingeschaltetem Digitalzoom (verwende ich normalerweise nicht) ließ sich auf einem Foto der Name ausmachen:

Wir hätten gewarnt sein sollen, aber dazu später mehr... ;-)
Also schnell geduscht, Klamotten angezogen und wieder die Calle Adelita runter, um irgendwo zu frühstücken.

Die Wahl fiel diesmal auf das „Casa Cafe“ (im Bild oben ungefähr da, wo das weiße Auto ist, auf der rechten Seite, ein paar Meter weiter weiter findet man Cafe & tienda "Adriana"). Der Laden ist nix besonderes, und das gleiche konnte man auch über das Essen sagen. Wir hatten Chilaquiles, Syncronizadas und Sweet Cakes. Alles okay und auch preiswert, aber mehr auch nicht. Die Besitzerin ist eine gringa. Das Essen im Cafe Adriana gefiel uns aber erheblich besser.
Und wer nicht unbedingt gesteigerten Wert auf die Gesellschaft von norteamericanos legt, sollte besser einen Bogen um den Laden machen. ;-)
Auch die überall angepinnten Plakate mit Werbung für irgendeine christliche Betgruppe, die sich irgendwo in der Nähe traf, gefielen mir nicht. Liegt wohl daran, daß ich dem ganzen Religionskram ziemlich kritisch gegenüber stehe.

Zurück im Hotel gammelten wir am Pool und am Strand rum, bis uns nachmittags wieder mal der Hunger plagte. Also back on the road. Leider waren alle Lokale in der Calle Adelita geschlossen, so daß wir weiter Richtung Innenstadt laufen mußten. Hier nahm dann das Grauen seinen Anfang.

Nachdem wir die Strandpromenade erreicht hatten, sahen wir uns einer Invasionsmacht gegenüber, bestehend aus Unmengen von turnschuhbewehrten US-Rentnern. ;-) Sogar eine gewisse Art von Uniformzwang schien es zu geben: Kurze Hosen, bis fast unter die Arme hochgezogen, T-Shirts und sogar Hawaii-Hemden, unter denen sich gewaltige Plautzen wölbten, und die erwähnten Turnschuhe. Wirklich furchteinflößend. ;-) Fotos erspare ich euch und mir. ;-)

Dementsprechend waren alle Einheimischen heute auf gringos gepolt, und wir wurden auf Schritt und Tritt angequatscht: „Eh amigo, need a taxi service?“ „Hola hombre, want a good meal?“ usw. - nervig, sowas.
Ixhel erspähte an einem Stand eine kleine Stofftasche, die sie natürlich „unbedingt“ haben mußte, stieß aber beim Kauf auf Kommunikationsprobleme, obwohl sie ja aus MX kommt: „Was kostet die Tasche?“ „8 Dollar!“ „Ich hab keine Dollars, wieviel Pesos?“ „8 Dollar!“ „Nochmal: Ich habe keine Dollars! Wieviel Pesos?“ „Ähm...80!“ „Soll das ein Witz sein?“ „Okay, okay...60.“ ;-))))
Ixhel kam dann leise vor sich hin grummelnd mit der Tasche von dem Verkaufsstand zurück und wir stimmten überein, erst mal den Rückzug Richtung Innenstadt anzutreten, weil die „Rentner-Dichte“ dort geringer sein dürfte. ;-)

War aber auch nen Fehler, denn nach kurzer Zeit hatte Ixhel einen Laden geentert, in dem sie einen wirklich schönen kleinen Wandspiegel fand. ;-) Da ihr der Preis aber ziemlich hoch vorkam, vereinbarte sie mit der Verkäuferin, am nächsten Tag noch mal vorbei zu gucken, und die Verkäuferin sollte ihren Chef nach einem besseren Preis fragen.

Ein paar Straßen weiter, ich glaube es war in der Calle Cuhautemoc, fanden wir ein kleines Lokal namens „Nueva Zealand“, in dem wir erst mal etwas futterten. Die Sopes waren spitze, der Ausblick auf die Straße eher typisch mexicanisch :-)

Nebenan saß eine Oma in einem Schaukelstuhl vor einem Klamottenladen (im Foto unten war sie gerade mal aufgestanden, um einen Blick die Straße runter zu werfen), in dem wir anschließend ein T-Shirt als Mitbringsel für Don Alfonso (den besten Taxifahrer der Welt) kauften.

Anschließend sah ich ein interessantes Auto, wohl ein Käfer in Strandkleidung. Interessantes Dach-Design, oder?! : -)

Dann machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Hotel, wo wir den Rest des Tages auch blieben.

Labels: ,


 

3. Tag - 11.12.06 - Ankunft in Zihuatanejo

So etwa um 8.00 Uhr wurde ich wach, während wir durch kleine Dörfer im Hinterland von Guerrero fuhren. Irgendwie finde ich immer interessant, was man dort so sehen kann, obwohl oder vielleicht auch gerade weil vieles Dinge sind, die man eigentlich als typische Klischees über Mexico bezeichnen würde:

Die kleine Hütte mit dem verbeulten Pickup oder einem maroden 70er Jahre Amischlitten davor, den Mexicaner, der mit Hut vor seinem Häuschen sitzt und schläft oder vor sich hin döst, die Kinder in ihren (für Deutsche ungewohnten) Schuluniformen oder den "Mecanico", vor dessen winziger Werkstatt sich ausgeschlachtete Autowracks auftürmen. Das alles garniert mit den unvermeidlichen Horden von Straßenkötern und ab und zu mal einem "Caballero" mit Strohhut auf einem Pferd am Straßenrand.

Kurz vor Zihua gab es dann noch einen ungeplanten Zwischenstop, weil vor der Werkstatt eines "Vulkanisadors" ein Bus einer anderen Linie stand, der einen Reifenschaden hatte. Nach kurzer Lagebesprechung der beiden Busfahrer wurden die Passagiere aus dem gestrandeten Bus kurzerhand samt Gepäck in unseren Bus geladen und weiter ging es.
Um kurz vor 9 waren wir dann in Zihua am Busterminal, das am Rand der Stadt liegt, und mit einem Taxi fuhren wir zu unserem nur wenige Minuten entfernten Hotel, dem "Villas Miramar".

Da im Hotel nicht viel los war, konnten wir sofort nach dem Einchecken in unser Zimmer. Das Hotel ist klein (ich glaube 18 Zimmer insgesamt) und besteht aus zwei Teilen, rechts und links der Calle Adelita. Die Rezeption ist ebenso wie einige der Zimmer in dem Teil untergebracht, der durch die Straße vom Meer getrennt ist,

und gegenüber ist dann das andere Gebäude, das quasi direkt oberhalb des Strandes am unteren Ende des Playa Madera liegt.

Zum Strand muß man nur an dem kleinen Pool vorbei und eine Treppe runter.

Da ja noch Nebensaison war, war das Hotel fast leer, das störte aber nicht, im Gegenteil, es war schön ruhig. Und wir wollten ja nur ein paar faule Tage hier verbringen und keinen Aktivurlaub. :-)

Weniger schön war die Tatsache, daß in Vorbereitung auf die Hauptsaison überall im und am Hotel eifrig der Malerpinsel geschwungen wurde, so daß man schon mal an ein frisch gestrichenes Treppengeländer fasste. Aus dem gleichen Grund waren weder das hoteleigene Restaurant noch die kleine Bar am Pool geöffnet, so daß ich auch nix zu deren Güte und den Preisen sagen kann.

Da es in den ansonsten ganz netten und geräumigen Zimmern (mit kleinem Balkon und Blick auf die Bucht und Zihua)

keinen Kühlschrank gab und nicht einmal die Möglichkeit, an der Rezeption refrescos oder cerveza zu kaufen, mußte man dafür ein Stück die Calle Adelita runter laufen und dann linkerhand eine lange Treppe hoch, dort findet man die tienda "La Rana" mit allem, was man so braucht. Auch zwei öffentliche Telefone findet man ein paar Meter weiter, einmal für Münzen, einmal für Karten (Karten gibt es in der tienda günstig zu kaufen).

Zurück zum Tagesablauf. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, wollten wir natürlich erstmal ein Frühstück einwerfen, und weil wie gesagt im Hotel nix zu holen war, gingen wir auf gut Glück die Calle Adelita runter Richtung Stadtzentrum. Nur ein paar 100m vom Hotel gab es noch eine tienda namens "Adriana" und daran angeschlossen ein kleines Cafe (direkt an der Fußgängerbrücke über den Kanal). Wir bestellten Chilaquiles, Kaffee und frischen O-Saft. Das Essen war gut und günstig, das Ambiente rustikal. :-) Aber wer Schicki-Micki-Lokale sucht, ist in diesem Teil von Zihua eh ganz falsch. ;-)
Nachdem wir gefuttert hatten, liefen wir noch weiter in die Stadt und sahen uns etwas um. dann gingen wir zurück, kauften in besagter tienda "La Rana" noch etwas ein und machten es uns am Pool gemütlich.

Später am Nachmittag hatten wir wieder Hunger, und weil wir keine Lust hatten, wieder in die Stadt zu laufen oder Geld für ein Taxi auszugeben, gingen wir in das Lokal "Rana Rene", direkt unterhalb des Hotels am Strand. Auch dort war nicht viel los. Wir bestellten Salat und "pulpo mexicana", also Tintenfisch. Sehr lecker, und ein paar kalte "Pazifico" rundeten die Mahlzeit ab. Der Preis war mit 300 $ nicht gerade supergünstig, aber noch okay - und außerdem waren wir ja im Urlaub. :-).

Wieder auf unserem Zimmer angekommen schlief Ixhel ziemlich schnell ein, während ich noch auf dem Balkon saß. Später am Abend machte ich hörte ich Musik auf der Straße und ging dann raus, um nachzusehen, was da los war. Es war eine kleine Prozession von 40-50 Leuten mit Kerzen in den Händen, die mit einem Bild der "Virgen Guadalupe" langsam Richtung Innenstadt liefen. Nachdem ich mir das ein paar Minuten angesehen hatte und auch versuchte, ein paar Fotos zu machen (ohne Blitz, ich wollte die Leute nicht verärgern, und darum kann man auch nicht viel erkennen, s.u.).


ging ich zurück zum Hotel, und in der Nähe des Pools sah ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung in einer dunklen Ecke. Also gleich mal gucken, was da vor sich geht, und siehe da, es war Señor Frog. Vielleicht wollte er nen paar Runden im Pool drehen? :-)


Dann ging ich aufs Zimmer und trat meinen wohlverdienten Matratzenhorchdienst an.

Labels: ,


Mittwoch, 17. Januar 2007

 

2. Tag - 10.12.06 - Frühstück, Ausflug und Weiterfahrt

Heute ging es schon relativ früh los zum Frühstück in in Lokal namens "La Joya" in San Pedro Actopan, etwa eine halbe Stunde von Xochimilco entfernt.


Das Lokal ist klein und unauffällig, aber das Essen ist prima und es ist nett eingerichtet. Diesmal waren auch noch ein paar Onkel und Tanten von Ixhel mit dabei. Unten im Bild sind (mehr oder weniger) Andres, Bruder Jorge, Ixhels Vater, Olivia, Gabi und Schwager Jorge zu sehen.

Auf dem Parkplatz konnte ich dann auch erst mal ausgiebig das Auto begutachten, daß sich Ixhels Bruder vor einigen Monaten gebraucht gekauft hat, einen "Mercury", das ist glaube ich eine "Unterabteilung" von Ford. Ganz schick, das Ding, und im super Zustand. Aber für DF würde ich mir was anderes kaufen...die Topes sind teilweise doch sehr heftig und zahlreich, und da kann es öfter mal am Unterboden kratzen... :-( Wenn man keine große Familie hat, ist der gute alte Käfer m.M. nach immer noch das beste für "Topelandia". ;-)

Danach fragte Schwager Jorge, ob wir ein bißchen Richtung Popocatepetl fahren wollten, und warf mir die Schlüssel für den Chevi Pickup zu. Also alle Mann rein in die Schüssel und ab dafür. Wir fuhren dann durch einige der typischen, verschlafenen und staubigen Käffer im Hinterland.

Hier gab es noch ein Erlebnis der besonderen Art:
Vor uns fuhr schon seit einigen Kilometern ein Ami-Kasten älterer Bauart (Suburban, RAM oder so) mit texanischen Nummernschildern. Mir war schon aufgefallen, daß der Fahrer eine selbst für mexicanische Verhältnisse recht weiträumige Fahrweise hatte, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken ;-)
Dementsprechend hielt ich respektvoll Abstand, bis wir zu einer Kreuzung kamen. Dort ordnete sich der Wagen rechts ein, blinkte dann plötzlich links (bis hierhin ja nix wirklich ungewöhnliches oder neues für mexicanische Verkehrsteilnehmer), fuhr noch einen Meter weiter und blieb dann stehen. Die Fahrertür ging auf, und ein mit einer Jeans und einem modischen Feinripp-Unterhemd bekleideter Mexicaner stieg aus und taumelte um das Auto herum zur Beifahrerseite. Gleichzeitig stieg der Beifahrer aus, und es wurde ein Fahrerwechsel gemacht.
Warum, war offensichtlich: Der bisherige Fahrer war lattenstramm und konnte nicht mal mehr einen Meter geradeaus laufen...

Wir kamen dann zu einer Art "Weihnachtsbaum-Einkaufszone", die heftig frequentiert wurde, wie man an den Massen von Autos sehen konnte, die mit einem Weihnachtsbaum auf dem Dach das Areal verließen.

Weiter ging es bergauf bis zu einem Militärposten, der Autokennzeichen, Anzahl der Insassen Fahrtziel und Name des Fahrers in ein leicht zerfetztes Buch eintrug. Da der Soldat mit dem Namen "Holger" überfordert war, wurde daraus kurzerhand "Oliver" gemacht und wir durften passieren. Gut, daß ich nicht nach meinem Führerschein gefragt wurde, der lag nämlich zufällig in Xochimilco im Schrank. :-) In Anlehnung an eine "Simpsons" Folge beschlossen wir dann, daß ich mir im Falle einer Kontrolle einfach schnell einen Schnurrbart anklebe und mich "Homero Lopez" nenne. :-)

Mittlerweile hatte ich mich auch an den Chevy Pickup (der aber eigentlich ein Isuzu ist) mit manueller Schaltung (!) gewöhnt, aber besonders angetan war ich von der Kiste nicht: Der Motor hat irgendwie ein nutzbares Drehzahlband von 500 U/min, und die Getriebeabstufung ist auch vollkommen für den Hintern. Drehmoment ist weder unten- noch obenrum vorhanden. Da war ja der 1970er Käfer mit 34PS, den ich mir mit 18 kaufte, schon erheblich spritziger...
Da ist die Kiste, mit Gabi auf dem Dach und Schwager Jorge daneben (im Hintergrund Weihnachtsbäume):

Immerhin sollte sich bei den folgenden Touren aber zeigen, daß der Kasten zwar lahmarschig, aber zuverlässig und robust ist. Aber irgendwie können die Japaner doch schon lange viel bessere Autos bauen?!

Oben auf dem "Paso Cortes" war es ziemlich frisch und windig. Einige Leute ließen Drachen steigen, die man dort für wenig Geld kaufen konnte. Natürlich musste auch Gabi einen Drachen haben, aber nach 20 Minuten wurde es der mexicanischen Verwandtschaft (natürlich inkl. Ixhel) dann doch zu kalt und der Rückzug in wärmere Gefilde war angesagt. Ich fand es lediglich etwas frisch. ;-)

Auf dem Weg nach unten hielten wir noch kurz an einem kleinen Stand an, um etwas zu futtern. Der Stand war das, was man in D wohl als "rustikal" bezeichnen würde: Der Herd bestand aus einem leicht modifizierten Ölfass, der Kaffee brodelte in einem Aluminiumtopf auf eben diesem Ofen und wurde in Bechern ausgeschenkt, die ich zuerst für kleine Blumenvasen gehalten habe. Die Zutaten für die Quesadillas waren in diversen Plastikdosen auf einem Tisch verteilt. Das Essen und der Kaffee waren gut und preiswert und Moctezumas Rache hat auch keinen ereilt - dies nur für die "Iß niemals an der Straße" Verfechter.

Zurück in Xochitepec sind wir dann noch schnell in einen Supermarkt geflitzt, der "Comercial Mexicana" heisst. Unglaublich, was für Berge von Lebensmitteln dort aufgebaut waren, und ebenso unglaublich, wieviel Personal es dort gab. Während man in D manchmal 5 Minuten in so einem Schuppen rumläuft, um jemanden vom Personal zu finden, steht in MX quasi an jedem zweiten Regal jemand. Sehr interessant fand ich dann noch das Bier, das ich dort entdeckt und gleich eingesackt habe:

"Golden Pils" aus Belgien...na, mal gucken, wie das schmeckt. Der Sixpack kostet gerade mal 29,40 Peselotten.Werde ich wohl zum "Blogger- und - Leser-Treffen" bei Andreas mitnehmen. Nachdem wir noch etwas Proviant für die Fahrt nach Zihua zusammengesucht hatten, ging es durch den wie immer dichten und chaotischen Verkehr zurück nach Xochitepec.

Um 22.00 Uhr brachte uns Ixhels Bruder Jorge dann zum "Terminal Central De La Sur". Dort warteten wir noch eine Weile, lauschten der Stadion- ähm Stationssprecherin, die ihre Durchsagen mit einer Minnie-Mouse Stimme und einem eigenartigen Singsang machte, und stiegen um 23.20 Uhr in den Bus der Linie "Estrella De Oro". Der Bus hatte, wie alle "besseren" Fernreisebusse in MX, lediglich 24 Sitzplätze, so daß selbst ich darin bequem sitzen konnte. Die Fahrt war langweilig, weil es dunkel war und man so während der der Fahrt nix sehen konnte, der an Bord gezeigte Film war auch Mist, so daß ich nach kurzer Zeit einschlief.

Labels: ,


 

1. Tag - 09.12.06 - Anreise

Heute morgen ging es also los. Pünktlich um 7.00 Uhr stand der Wagen vom Flughafen-Taxiservice vor der Tür. Sonst waren wir immer selber gefahren und konnten das Auto bei einem Freund in einem Vorort von Hannover vor dem Haus auf der Straße stehen lassen, aber leider ging das diesmal nicht, und 5 Wochen am Flughafen parken ist richtig teuer - und 5 Wochen meinen treuen alten BMW auf einem öffentlichen Parkplatz, weit weg vom Haus unseres Freundes stehen lassen - nee, das wollte ich auch nicht.
Die Fahrt zum Flughafen Hannover verlief problemlos, und die Zubringermaschine, eine Embraer ERJ145, hob pünktlich ab .


Auf dem Flughafen CDG nahe Paris landeten wir bei schönstem Wetter und freuten uns schon, daß wir diesmal nur quer durchs Terminal zu gehen brauchen, um den Anschlußflug zu erreichen - und dafür hatten wir auch noch 1,5 h Zeit (bisher mußten wir immer quasi von einem Ende des Flughafengebäudes zum anderen galoppieren).

Aber zu früh gefreut, wir kamen um die Ecke und dort standen einige 100 Leute, die alle durch ganze zwei Sicherheitsschleusen zu den Terminals geschleust werden mußten. Also anstellen, und nach über einer Stunde Schlangestehen konnten wir endlich zum Terminal und an Bord gehen. Dann hieß es wieder warten, denn eine Menge Leute meinten wohl, es mit den Boarding-Zeiten nicht so genau nehmen zu müssen...mein Dank dafür an diese Vollnasen. :-|


Mit ca. einer Stunde Verspätung hob die Boeing 777 der Air France dann ab. Und nahm zu unserer Verwunderung direkten Kurs auf MX, also quer über den Atlantik anstatt "obenherum" an Irland, Island und Grönland vorbei, wie es sonst immer war. Ein leicht mulmiges Gefühl hatten wir schon, denn wenn bei der Route mitten über dem Atlantik was kaputt geht, fällt der Vogel einfach in den großen Teich, denn da gibt es ja weit und breit keine Notlandemöglichkeiten. Merkwürdig auch, daß die Maschine auf dem letzten Drittel des Weges teilweise mit unter 800 km/h flog - Gegenwind?

Immerhin liefen ganz gute Filme im Flugzeug, z.B. "Fluch der Karibik 2" und "Cars", und bei der 777 hat man einen eigenen kleinen Bildschirm im Sitz des Vordermanns eingebaut. Und das
Essen (nebst Wein/Schampus - das Bier an Bord war grausam) war auch gut, wie immer bei Air France. :-)

Nach ungefähr 13 h Flug landeten wir dann endlich in DF. Leider hatte ich keinen Fensterplatz, der Anflug auf die Riesenstadt bei Nacht ist immer wieder ein faszinierender Anblick.
Nachdem wir ausgecheckt und unser Gepäck vom Band gezerrt hatten, sahen wir schon das "Empfangskommittee": Ixhels Vater, ihr Bruder Jorge, ihre Cousine Elsa (die extra zum Flughafen gekommen war, nur um uns zu begrüßen, und danach wieder weg musste) und ihre Schwester Olivia mit Schwager Jorge und den Kindern, Gabi und Andres. Nach der Begrüßung wurden Gepäck und Leute in den riesigen Chevrolet Suburban verfrachtet und wir stürzten uns in den - wie immer chaotischen - Verkehr. Was für ein Gefühl - nach über einem Jahr wieder in Mexico!


Nach kurzer Fahrt hielten wir erst mal bei "Tacos Xotepingo" an, um etwas zu futtern.


Danach fuhren wir zum Haus in Xochitepec, und hockten noch eine ganze Weile zusammen und erzählten. Irgendwann war es dann aber Zeit, an der Matratze zu horchen, und nachdem ich noch ein Bier und ne Zigarette vor der Haustür genossen hatte, gingen wir, weil wir doch ganz schön müde waren, schlafen.

Labels: ,


Samstag, 13. Januar 2007

 

Wieder da

Heute um ca. 22.15 Uhr waren wir wieder zuhause, hier inner Provinz. In MX war es zwar sehr schön, aber wenn man wieder in die eigene Wohnung kommt, freut man sich doch...

Was wir so getan und erlebt haben, kann man bald hier lesen, da ich für die meisten Tage -mal mehr, mal weniger- kurze Berichte geschrieben habe. Die stelle ich in den kommenden Tagen dann hier ein.


Auch wenn es wahrscheinlich kein Schwein interessiert. ;-)

Labels: , ,


This page is powered by Blogger. Isn't yours?